Die SOMECO-Treppe 

  1. Warum und wann sie entstand
  2. Wofür steht SOMECO?
  3. Die Richtung: von SO nach ME nach CO
  4. Wie viel Wirkung haben geistige und wie viel körperliche Maßnahmen?

  5. Der Bereich der körperlichen Fitness
  6. Der Bereich der mentalen Fitness
  7. Der Bereich des Kompetenzgewinns


 

1 Warum und wann sie entstand

 

Inhaltliche MAT-Übung zur Beschleunigung der Kompetenz im Braintuning.MAT. Buchstabensalat: In jedem Wort die richtige Reihenfolge herstellen

Nach dem Arbeitsspeichertraining bildet die SOMECO-Treppe das zweite Kennzeichen der GfG. Sie entstand für die 16-minütige Fernsehsendung „Fit im Kopf“, die am 21. Dezember 1998 im TM3 ausgestrahlt wurde. Der Zuschauer sollte die vielen einzelnen Erkenntnisse über Maßnahmen zur Steigerung der geistigen Leistungsfähigkeit mit wenigen Blicken erfassen.
 

Um die SOMECO-Treppe auch den neueren wissenschaftlichen Erkenntnissen anzupassen, wurde sie zwölf Jahre nach ihrer ersten Veröffentlichung, etwas verändert. 

   

2 Wofür steht SOMECO?
 

WebSOMECO-Treppe

SO: SOmatischer (= körperlicher) Bereich
ME: MEntaler (= geistiger) Bereich
CO: COmpetency (= geistige Kompetenz; das heißt Wissen und Können)

 

(c) GfG e.V., 2010
 

 

 
 

SOMECO-Treppe: mehr darüber


3 Die Richtung: von SO nach ME nach CO

Die untersten Stufen sollen den körperlichen Bereich wiedergeben, auf dem der geistige Bereich aufgelagert ist. Wer die Stufen hochsteigt, gelangt vom somatischen (SO) Fundament zum mentalen (ME) Fitnesszustand, auf den sich das Arbeitsspeicher-Management konzentriert, und von da zur geistigen Kompetenz (CO).

Die von der GfG favorisierten biomentalen Maßnahmen wie spezifische geistig förderliche Ernährung oder Bewegungen setzen körperlichen Bereich an und wirken sich auf die mentale Fitness aus. Die Ernährung, Bewegung usw. werden demnach nicht um ihrer selbst willen bewertet - "ist das Essen lecker?", "Ist die Bewegung elegant?" -, sondern in Bezug auf ihren Beitrag zur Förderung der geistigen Fitness. Für die Ernährung unter dem Gesichtspunkt des Nutzens für die Gesundheit wurde dafür der Ausdruck "funktionale Ernährung" eingeführt. Dementsprechend handelt es sich bei den Stufen der körperlichen Maßnahmen der SOMECO-Treppe um funktionale Ernährung, funktionale Bewegung, funktionalen Schlaf und funktionale Sinnesleistungen, weil sie jeweils in ihrer Wirkung auf die geistige Fitness interessieren. 

Während wir früher unter "körperlich" somatisch verstanden, sehen wir uns nun gezwungen, "körperlich" dem Ausdruck "physisch" gleichzusetzen. Denn die physische Umwelt kann unsere geistige Fitness erheblich beeinflussen. Man denke beispielsweise an die Beleuchtung, an Schadstoffe, die Umgebungstemperatur oder an die "verbrauchte Luft" in einem geschlossenen Schul- oder Büroraum. Auf deren Einflüsse auf die geistige Leistungsfähigkeit gibt der Kataraktchirurg Dr. Kristian Gerstmeyer in seinem folgenden Buchbeitrag einen Überblick: 

Gerstmeyer, K.: Einfluss der Umwelt und Sinne auf die geistige Fitness. In: Lehrl, S., Wagner, G., Gräßel, E. (Hsg.) Geistig fit in Schule, Beruf und Alltag. München: kopaed Verlag, 2017, Seiten 103-122.
 

4 Wie viel Wirkung haben geistige und wie viel körperliche Maßnahmen?

Sowohl geistige Trainings als auch funktionale körperliche Maßnahmen zur Förderung der mentalen Leistungsfähigkeit beitragen. Auf der Grundlage der zurzeit vorliegenden Überprüfungen verschiedener Maßnahmen lässt sich grob ihr Effekt abschätzen.

WebErfolgsanteilgeistigesTrainingKörperliches
Wie viel tragen geistige und körperliche Maßnahmen zur geistigen Leistungssteigerung bei?

Überraschenderweise ist die Wirkung der als wirkungsvoll erkannten geistigen Trainings nur halb so groß wie die der funktionalen, also "gehirngerechten", in anderen Worten: auf die Steigerung der Funktionstüchtigkeit des Gehirns ausgerichteten körperlichen Maßnahmen zusammen.

Dies gilt für die Bevölkerung der Gegenwart, die so lebt, wie eben die meisten Menschen in den führenden Industriestaaten vor sich hinleben.  

 

Wenn ein Drittel des Erfolgs von Braintuning-Programmen den geistigen Trainings, hingegen zwei Drittel den "gehirngerechten" physischen Maßnahmen zu verdanken ist, könnte man auf die Idee kommen, sich aus Effizienzgründen auf die körperlichen Maßnahmen zu beschränken. In diesem Fall scheint aber die Wirkung auf die geistige Leistungsfähigkeit gegen Null zu sinken. Dafür sprechen mehrere Studien. Das Gehirn benötigt offenbar beides: auf der somatischen Seite beispielsweise eine hinreichende Versorgung mit den für seine Tätigkeiten notwendigen Nährstoffen und parallel geistige Anregungen und Betätigungen.      

    

5 Der Bereich der körperlichen Fitness

Die unterste Stufe der SOMECO-Treppe könnte mit den Stoffen beginnen, die unsere Sinne unmittelbar beeinflussen (z. B. bestimmtes wachheitssteigerndes Blaulicht oder Lärm) oder die wir einatmen. Positiv für letzteres ist der Sauerstoff, den wir zur Glukoseverbrennung im Gehirn, speziell den Mitochondrien benötigen. Negativ sind Stoffe, welche die Energiegewinnung im Gehirn beeinträchtigen: Feinstäube oder Stoffe, die  Allergien auslösen wie Milbenkot, Tierhaare, Baum- und Gräserpollen usw.  

Dieses Gebiet der Umwelteinflüsse war beim Entstehen der SOMECO-Treppe noch nicht seiner Bedeutung gemäß beachtet worden. Deshalb hatten wir es nicht in die SOMECO-Treppe aufgenommen.  

 

GrünesGemüse
Sich geistig aktivieren u. dabei Relevantes lernen

Essen und Trinken: Bei den körperlichen Unterbereichen bildet die Ernährung die Grundlage. Das Kuratorium Thera-Fit e. V. (Bad Nau-

heim)  befasst sich detaillier-

ter mit dem Essen und Trin-

ken, das die geistige Fitness und den Zugewinn an Kom-

petenz fördert. Beispielswei-

se veröffentlichten die Kura- toriumsmitglieder G. Wagner & U. Schröder in "medicalsports network" (2010; 6, S. 44-45) mit "Trink Dich schlau: Besser denkt, wer clever trinkt" trotz der Kürze umfassende praktische Trink-

empfehlungen auf dem Boden des momentanen Standes der Wissenschaft und vor dem Hintergrund der augenblicklichen gesellschaftlichen Entwicklungen.  

 

Der folgende Kurzbeitrag aus GEISTIG FIT geht auf den vielleicht ersten in einer "reinen" Intelligenzzeitschrift erschienenen Artikel ein, in dem nachgewiesen wurde, dass eine qualitativ gute Ernährung den IQ erheblich anhebt. Außerdem stellt der Kurzbeitrag den Ernährungsverschiedenheitswert vor: Japanische Forscher hatten in einer sehr umfangreichen Studie nachgewiesen, dass Personen, die sehr Verschiedenes essen, geistig reger als andere sind und weniger leicht an Altersdemenzen erkranken.

 

 

10 IQ-Punkte mehr durch besseres Essen und seltener dement durch verschiedenartiges Essen

 

 

              
Beim Essen bleibt oft ein Aspekt unbeachtet, nämlich der, wie man isst, z. B. sehr schnell oder langsam, mit vielen oder wenigen Kaubewegungen vor dem Hinunterschlucken. Einen kurzen Einblick in das geistig förderliche Wie des Essens gibt der untere Zeitungsartikel in der folgenden PdF-Datei:          

 Schmauen


Sich Bewegen: Auf der Ernährung bauen bei der SOMECO-Treppe die prinzipiell ebenfalls nicht geistigen, aber die mentale Leistungsfähigkeit beeinflussenden Bewegungen auf. So vergrößern etwa automatisierte Hintergrundbewegungen wie Schreibbewegungen, Schwimmen, Radfahren oder Kaugummikauen den Arbeitsspeicher gegenüber der körperlichen Unbewegtheit um etwa 20 Prozent und lassen – wegen der Automatisierung – die Aufmerksamkeit und mentalen Aktivitäten frei für andere Inhalte wie den Lehrstoff. - Ein kurzer Überblick befasst sich mit Regeln, die zu beachten sind, wenn Bewegungen effektiv die geistige Fitness steigern sollen.   

Schlafen und Wachen: Der Schlaf als Gegenpol des Wachheitszustands nimmt die Stufe über der Bewegung ein. Das Niveau geistiger Leistungen lässt sich nicht nur mittels Maßnahmen im Wachheitszustand verändern, sondern auch durch Schlaf, durch das Management seiner Menge, Qualität und seines Einsatzes nach geistigen Tätigkeiten. So kann er das Speichern und Ordnen von frisch aufgenommenen Informationen fördern. - Einen kurzen Einblick soll der untere Artikel einer Zeitung geben.
 

      

 

Kurzschlaflernen
Nicht nur beim Mittagsschlaf erhöhtes Lernvermögen

Der Mittagsschlaf kann viel dazu beitragen, das Niveau des Wohlgefühls und der geistigen Leistungsfähigkeit zu erhöhen. Er kann auch die Abspeicherungen der zuvor aufgenommenen Informationen erheblich steigern - eine wohltuende Lernhilfe.


 


 

Sinnesleistungen: Sinnesempfindungen wie Sehen, Hören und Riechen und ebenso mentale Aktivitäten finden vor allem im Wachzustand statt, sind aber im Schlafzustand nicht ausgeschlossen. Wenn Sinnesleistungen im Erwachsenenalter nachlassen, können deren Leistungssteigerungen, beispielsweise durch Seh- oder Hörhilfen auch zu Erhöhungen des geistigen Leistungsvermögens führen. - Einen Eindruck davon, was sich von diesem Gebiet in Bezug auf die Förderung des geistigen Leistungsvermögens erwarten lässt, soll ein Zeitungsartikel (unterer Beitrag) vermitteln. 

 

      

6 Der Bereich der mentalen Fitness

Durch Einflüsse aus den angeführten körperlichen Gebieten oder durch Gefühle und geistige Anregungen lässt sich der Umfang des Arbeitsspeichers verändern. Das Ziel des Arbeitsspeicher-Managements besteht darin, wunschgemäß den Arbeitsspeicher in einen Zustand zu bringen, wie er gebraucht wird. Kurzfristige geistige Spitzenleistungen stellen andere Anforderungen als langfristige. - Durch das Arbeitsspeicher-Management wird also das Niveau der geistigen Fitness gesteuert.   

   

7 Der Bereich des Kompetenzgewinns

Wenn der Arbeitsspeicher seine maximale Größe erreicht, gelingen das Erkennen, welche Informationen relevant sind, und die Organisation dieser Informationen zur Erleichterung des Lernens am leichtesten. Der Umfang dieses Kompetenzgewinns hängt demnach vom Zustand des Arbeitsspeichers bzw. der geistigen Fitness ab. Das schlägt sich nach einer Studie der GfG-Trainerin Dr. Frank zum Beispiel bei Schülern in der Mathematikkompetenz nieder.
 

Fragt man sich, welches Wissen innerhalb einer Wissensgesellschaft für die meisten Menschen am wichtigsten ist, dann wird die Antwort sein: "das Lernenlernen".

Über die geistige Fitness auf der 5. Stufe beeinflussen die biomentalen Maßnahmen schließlich den Kompetenzgewinn. Die Richtungen der Wirkungen gehen demnach die Stufen hoch, also von unten nach oben.

                                                                                                                                                                    19.05.2015